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Was kostet eine Mietwohnung wirklich?
Und warum die Kaltmiete nur die halbe Wahrheit ist
Eine schöne Wohnung, die Lage passt und auch die Kaltmiete sieht auf den ersten Blick gut aus. Perfekt – oder? Nicht unbedingt. Denn was eine Mietwohnung wirklich kostet, wollen wir in diesem Blogbeitrag beleuchten.
Denn wer eine Wohnung mietet, zahlt am Ende deutlich mehr als die Kaltmiete, die im Immobilienangebot ins Auge fällt. Nebenkosten, Heizung und Strom kommen hinzu – und gerade bei älteren Gebäuden kann der energetische Zustand einen spürbaren Unterschied machen.
Deshalb lohnt es sich, bei der Wohnungssuche nicht nur zu fragen: „Wie hoch ist die Miete?“, sondern vielmehr: „Was kostet mich diese Wohnung jeden Monat wirklich?“
Wir von Weber Immobilien erklären, worauf Sie achten sollten.
Kaltmiete, Nebenkosten, Warmmiete – was ist eigentlich was?
Fangen wir ganz vorne an.
Die Kaltmiete ist der Betrag, den Sie für die reine Nutzung der Wohnung bezahlen. Sie enthält zunächst keine Betriebs- oder Heizkosten.
Hinzu kommen die Nebenkosten. Dazu können beispielsweise Wasser und Abwasser, Müllentsorgung, Grundsteuer, Gebäudereinigung, Hausmeister, Aufzug, Gartenpflege oder Allgemeinstrom gehören.
Werden die Heizkosten über den Vermieter abgerechnet, kommen auch diese hinzu.
Aus Kaltmiete und vereinbarten Nebenkostenvorauszahlungen ergibt sich schließlich die monatliche Zahlung an den Vermieter, die umgangssprachlich meist als Warmmiete bezeichnet wird.
Aber Vorsicht: Selbst damit ist das monatliche Wohnbudget noch nicht komplett.
Warmmiete ist nicht gleich „alles inklusive“
Ein Punkt, der bei der Wohnungssuche gerne vergessen wird: Auch die angegebene Warmmiete enthält normalerweise nicht sämtliche Kosten, die rund ums Wohnen entstehen.
Strom zahlen Mieter in der Regel separat. Gleiches gilt meist für Internet und Telefon. Je nach Wohnung können weitere Kosten hinzukommen, beispielsweise für einen Stellplatz oder eine Garage.
Aus einer Wohnung mit beispielsweise 1.000 Euro Kaltmiete kann deshalb schnell eine monatliche Gesamtbelastung werden, die deutlich darüber liegt.
Unser Tipp: Rechnen Sie bei jeder interessanten Wohnung einmal komplett durch, was Sie voraussichtlich jeden Monat tatsächlich bezahlen werden.
Dann lassen sich verschiedene Angebote wesentlich besser miteinander vergleichen.
Warum die Heizung plötzlich ziemlich interessant wird
Hand aufs Herz: Bei einer Wohnungsbesichtigung gibt es spannendere Dinge als die Heizungsanlage.
Der große Balkon, die neue Küche oder das schöne Badezimmer fallen schließlich wesentlich schneller ins Auge.
Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Heizung.
Denn die Art der Heizung, der energetische Zustand des Gebäudes und der individuelle Verbrauch können erheblichen Einfluss auf die laufenden Kosten haben.
Fragen Sie deshalb ruhig nach:
Welche Heizung ist eingebaut? Wie alt ist sie? Wie wird das Warmwasser erzeugt? Wie hoch waren die bisherigen Heizkosten? Wurden Dach, Fassade oder Kellerdecke gedämmt? Wie alt sind die Fenster?
Und natürlich: Wie sieht der Energieausweis aus?
Das klingt vielleicht zunächst etwas technisch. Spätestens bei der ersten Heizkostenabrechnung wird das Thema aber sehr praktisch.
Altbau oder Neubau – was ist günstiger?
So einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten.
Eine ältere Wohnung kann beispielsweise eine vergleichsweise günstige Kaltmiete haben. Sind Fenster, Dämmung und Heizung allerdings energetisch nicht mehr auf einem guten Stand, können die laufenden Kosten höher ausfallen. (siehe auch unseren Blog zum Thema „Heizkosten sparen“)
Bei einem modernen oder energetisch sanierten Gebäude kann es genau andersherum sein: Die Kaltmiete ist möglicherweise höher, dafür können die Heizkosten niedriger liegen.
Deshalb sollte man Wohnungen nicht ausschließlich anhand der Kaltmiete miteinander vergleichen.
Ein kleines Beispiel:
Wohnung A kostet 950 Euro kalt und verursacht relativ hohe Heiz- und Nebenkosten.
Wohnung B kostet 1.020 Euro kalt, befindet sich aber in einem energetisch deutlich besseren Gebäude.
Auf den ersten Blick ist Wohnung A 70 Euro günstiger. Bei Betrachtung der gesamten monatlichen Kosten kann der Unterschied jedoch deutlich kleiner werden – oder sich sogar umkehren.
Entscheidend ist also das Gesamtpaket.
Der Energieausweis ist ziemlich hilfreich
Kaum jemand „verliebt“ sich bei einer Besichtigung in einen Energieausweis.
Trotzdem sollten Wohnungssuchende einen Blick darauf werfen.
Der Energieausweis gibt Hinweise auf die energetische Qualität eines Gebäudes und ermöglicht eine erste Einschätzung des Energiebedarfs beziehungsweise -verbrauchs. Er ersetzt zwar keine individuelle Heizkostenabrechnung, hilft aber dabei, Immobilien besser einzuordnen.
Gerade wenn Sie zwischen mehreren Wohnungen schwanken, kann das interessant sein.
Eine Traumwohnung bleibt natürlich eine Traumwohnung. Aber es ist besser, vor dem Mietvertrag zu wissen, welche laufenden Kosten ungefähr auf einen zukommen, als einige Monate später überrascht zu werden.
Fragen Sie nach den bisherigen Nebenkosten
Bei einer interessanten Wohnung darf man ruhig etwas genauer hinschauen.
Fragen Sie nach der Höhe der aktuellen Nebenkostenvorauszahlung und – soweit entsprechende Angaben verfügbar sind – nach den bisherigen tatsächlichen Kosten.
Wichtig dabei: Die Kosten des Vormieters lassen sich nicht eins zu eins auf Sie übertragen.
Eine Person, die tagsüber kaum zu Hause ist und wenig heizt, verbraucht anders als eine Familie mit kleinen Kindern. Auch Raumtemperatur, Duschverhalten und Homeoffice können den Verbrauch beeinflussen.
Trotzdem geben frühere Abrechnungen oder Verbrauchswerte eine Orientierung.
Und dann gibt es noch die kleinen Kosten …
Bei der Kalkulation einer neuen Wohnung denken viele zunächst nur an Miete und Nebenkosten.
Dabei kommen rund um einen Umzug häufig weitere Ausgaben zusammen.
Kaution, Umzugskosten, neue Möbel, Lampen, eventuell eine Küche, Renovierungsarbeiten oder kleinere Anschaffungen können das Budget zusätzlich belasten.
Und auch der Stellplatz sollte nicht vergessen werden. Hier sind zur Zeit Mieten zwischen 50,- und 100,- Euro durchaus üblich.
Gerade im Rhein-Main-Gebiet kann eine Wohnung ohne eigenen Stellplatz auf den ersten Blick günstiger erscheinen. Wenn Sie anschließend jeden Monat einen Parkplatz oder eine Garage anmieten müssen, sieht die Rechnung schon wieder anders aus.
So vergleichen Sie Wohnungen richtig
Sie haben zwei oder drei Wohnungen in der engeren Auswahl?
Dann nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit und rechnen Sie für jede Wohnung folgende Positionen zusammen:
Kaltmiete + Nebenkosten + Heizkosten + Strom + Stellplatz/Garage + weitere regelmäßige Kosten = tatsächliche monatliche Wohnkosten
So entsteht ein wesentlich realistischeres Bild.
Und plötzlich kann eine Wohnung interessant werden, die bei der Kaltmiete zunächst etwas teurer aussah.
Nicht nur rechnen – schließlich wollen Sie dort auch wohnen
Bei aller Rechnerei sollte eines nicht verloren gehen: Eine Wohnung ist kein Excel-Sheet.
Sie soll zu Ihrem Leben passen.
Vielleicht ist Ihnen der große Balkon wichtiger als 50 Euro Ersparnis im Monat. Vielleicht können Sie auf ein zusätzliches Zimmer verzichten, wenn Sie dafür näher an der Arbeit wohnen. Oder Sie zahlen bewusst etwas mehr für einen Neubau, weil Ihnen niedrige Heizkosten, moderne Technik und ein Aufzug wichtig sind.
Die günstigste Wohnung ist deshalb nicht automatisch die beste.
Aber Sie sollten wissen, was Sie tatsächlich bezahlen, bevor Sie sich entscheiden.
Unser Fazit: Nicht von der Kaltmiete blenden lassen
Wer eine Mietwohnung sucht, sollte Angebote nicht nur nach der Kaltmiete beurteilen.
Schauen Sie auf die gesamten monatlichen Wohnkosten, fragen Sie nach den Nebenkosten und werfen Sie auch einen Blick auf Heizung und energetischen Zustand des Gebäudes.
Gerade bei älteren Immobilien können diese Punkte einen größeren Unterschied machen, als man zunächst vermutet.
Und wenn am Ende nicht nur die Zahlen stimmen, sondern Sie bei der Besichtigung auch noch das Gefühl haben „Hier möchte ich wohnen“ – dann sind Sie Ihrer neuen Wohnung schon ziemlich nahe. (siehe auch unseren Blogbeitrag zum Thema „Meine Chancen auf dem Mietmarkt verbessern“).
Weber Immobilien begleitet Sie bei der Wohnungssuche im Rhein-Main-Gebiet transparent und unkompliziert. Denn zu einer guten Vermietung gehört für uns nicht nur eine schöne Wohnung – sondern auch, dass Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Rufen Sie uns gerne an.


